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Beste Leben in Bukoba

Nach dem Sansibarurlaub ging es weiter in Bukoba mit dem geilsten Alltag den es gibt. Auf der Arbeit ging es richtig los mit unseren Projekten. Das Grils-Basketball Team wurde von Ivie weiter geformt und trainiert. Mein Fußballprojekt hat ebenfalls immer mehr Form angenommen. Erste Trainingsziele konnten ins Spiel transportiert werden. Wir konnten schnell Fortschritte machen.

In Tansania fängt ein Neues Schuljahr auch immer mit dem neuen Jahr an. Zum neuen Schuljahr veränderte sich unser Stundenplan auch etwas. Wir durften jetzt beim Unterricht für die Abschlussklasse des Jahrgangs 2020 mitwirken. Das ist eine große Ehre für uns aber bringt auch hohe Erwartungen an uns mit.

Unterricht in der 7 (Abschlussklasse)

Als peu a peu alle SchülerInnen aus den Ferien zurück kamen, haben sich auch ganz neue Herausforderungen ergeben. Ein jüngere Schüler ist während den Ferien von einem Avocadobaum gefallen und hat sich eine tiefe Fleischwunde zugezogen. Nach medizinischer Absprache mit meiner Mutter habe ich den Jungen täglich mit frischer Salbe und neuen Verbände behandelt mit gutem Resultat.

Mitte Januar kam eine Praktikantin aus Deutschland an unsere Schule, die Sonderpädagogik im Bezug auf Gehörlose studiert. Durch Rebecca haben wir viel zum Thema Unterrichtsführung und Wissensvermittlung auf Gebärdensprache von einem Wissenschaftlichen Standpunkt erfahren. Sie hat uns viel helfen können unsere Umsetzung im Unterricht zu verbessern und für besseres Verständnis bei den Schülern zu sorgen. Da Rebecca nur für eineinhalb Monate da war, hat sie gefühlt 100% des Tages in der Schule verbracht und uns manchmal das Gefühl gegeben, wir würden relativ wenig an der Schule machen. Sie hat natürlich in ihrer kurzen Zeit vor Ort mit ganz anderen Vorbildung alles voll ausgenutzt, während wir unseren durch viel Sport und Freizeitgestaltung für die Kids recht entspannten Stundenplan verfolgt haben.

Silvester 2020

Partybanner

Start ins neue Jahr

Über Silvester war ich mit meinen Mitfreiwilligen auf Sansibar. Auf dieser Trauminsel haben schon einige Generationen unserer Organisation Silvester gefeiert. Und wenn man schonmal in der Nähe ist, muss man sich das auch mal gönnen.

Die Anreise nach Sansibar ist ein anstrengendes Unterfangen. Wir sind 25 Stunden mit dem Bus 1 400 Kilometer quer durch Tansania gefahren und das ohne nennenswert lange Pausen. Als wir in Daressalam angekommen sind haben wir uns ein Hostel gemietet und sind am nächsten morgen früh um 6 zur Fähre gefahren. Auf Sansibar angekommen haben wir uns mit einigen anderen Freiwilligen in Stone Town getroffen und sind zusammen nach Nungwi Beach gefahren.

In Nungwi haben wir ein feines Hostel fünf Minuten vom Strand entfernt. Die Strände auf Sansibar sind einfach traumhaft schön. Der fast weiße Sand und das türkise Meer erinnert an karibische Trauminseln.

Am ersten vollen Tag sind wir an einem kleinen Riff schnorcheln gegangen. Auf der Bootfahrt dahin habe ich mich gefühlt wie Captian Jack Sparrow höchst persönlich. An dem Riff angelangt, gab es viel schöne Fische und Korallen zu sehen. Nach dem Schnorcheln haben wir ein paar Saltos vom oberen Deck gemacht. Das Essen was es zum Schluss an Deck gab war echt lecker. Mit Tunfisch, Chapati, Salat und Früchten wurden wir verköstigt.

An Silvester haben wir uns mit allen anderen ASC Freiwilligen vorher in einer Unterkunft getroffen und mehrere Runden Bierpong gespielt. Um kurz vor 12 sind wir dann alle zusammen zu einer riesigen Strandparty gelaufen. Es gab ein cooles Feuerwerk und ein Holzgerüst, das pünktlich angezündet wurde. Danach haben wir eine richtig fette Party am Strand gefeiert bis die Sonne aufging und ich im Sonnenaufgang mit einem Freund am Strand entlanggelaufen bin.

Nach den tollen Tagen auf Sansibar ging es dann 30 Stunden mit dem Bus zurück nach Bukoba. Angekommen fing zwei Tage später wieder die Schule an. Einige Tage später sind wir wieder im Alltag drin.

Ein extrem schönes und warmes Silvester 2020 verbracht.

World Disability Day/ Sportsday

World Disability Day

Am 03.12 ist jährlich der World Disability Day. Es hat mittlerweile Tradition, dass die Freiwilligen an der Mugeza Viziwi an diesem Tag etwas Cooles organisieren.
Dieses Jahr war das ein bisschen anders. Die Schule wurde von der regionalen Regierung zu einer Veranstaltung anlässlich des World Disability Days eingeladen. Bei der Veranstaltung waren auch noch drei weiter Schulen, die mit Kindern mit Special Needs arbeiten, eingeladen.

Am 03.12 sind Ivie und ich zusammen mit den Schülern zu der Veranstaltung am Strand von Bukoba gefahren. Auf dem Fest wurden viele Reden gehalten, wovon ich leider nicht viel verstanden habe. Ich habe oft mehr verstanden, wenn ich auf den Lehrer unserer Gehörlosenschule geschaut haben, der für die Schüler das Gesagte auf Gebärdensprache übersetzt hat. Währenddessen hat es stark geregnet, weswegen die Technik auch ab und an mal gestreikt hat.

Schülerinnen der Mugeza Viziwi beim Vortanzen am World Disability Day

Zum Ende hin hat eine Organisation mit Freiwilligen ein paar Spielestationen für die Kids aufgebaut. Es wurde viel getanzt und einige coole Spiele gespielt. Es war schön zu sehen, wie Kinder egal ob mit oder ohne Einschränkung zusammen Spaß hatten.

Sportsday

Unseren Sporttag haben wir wegen des Events dann auf den 05.12 verschoben. Mit den Vorbereitungen haben wir eineinhalb Wochen vorher angefangen. Dabei ging es darum welche Spiele wir machen wollen, was es zum Essen geben soll und wie wir hundert Schüler gerecht in Teams einteilen.

Bei den Spielen haben wir uns für typische kleine Sport Spiele entschieden, die jeder kennt wie z.B. Dosenwerfen, Tauziehen, Sackhüpfen und noch einige weitere.
Die Arbeit mit dem Essen hat uns die Schule zum größten Teil abgenommen. Wir haben mit dem Koch besprochen, dass wir für die Kids Reis mit Fleisch und Bohnen und zum Nachtisch Wassermelone haben wollen. Außerdem sollte für alle Kinder Limonade gekauft werden. Daraufhin ist der Koch mit einer langen Einkaufsliste in die Stadt gefahren und hat alles besorgt.
Die Teams einzuteilen war sehr anstrengend, weil wir noch nicht alle Gebärdennamen und die richtigen Namen kennen. Trotzdem haben wir am Ende zehn fair eingeteilte Teams hinbekommen.

Dann war es soweit. Wir sind morgens zur Schule gefahren und haben mit den Kindern aufgebaut. Wir haben die Schule ein bisschen geschmückt, das Scoreboard fertig gemacht und die ersten Stationen aufgebaut. Die Stimmung war besonders. Alle Kinder waren voller Vorfreude auf die Spiele.

Als alles soweit fertig war, trafen auch unsere Mitfreiwilligen ein. Im Speisesaal teilen wir die Bandanas für die Teams aus und starten zu den ersten Stationen. Im ersten Durchgang ist vieles schief gegangen. Im Spielplan hatte ich etwas vertauscht, einige Schüler mussten plötzlich arbeiten und andere wurden schon nach Hause in die Ferien gefahren. Zusätzlich wurden wir noch von der Teabreak unterbrochen und danach fing es auch noch an zu regnen. Mit dem Essen gab es dann auch noch Probleme, sodass wir als Organisatoren des Events unter Stress waren.

In der Zwangspause wegen des Regens haben wir uns zusammengesetzt und für den zweiten Durchgang alles so vorbereitet, dass nichts mehr schief gehen konnte. Der Regen hörte auf und wir bauten fix die Stationen auf teilten die Teams unter uns zur beaufsichtigung auf und starteten. Die zweite Runde war ein voller Erfolg. Alles Stationen funktionierten, das Scoreboard stimmte und es gab epische Duelle zwischen den Teams. Zum Schluss mussten noch zwei Mannschaften, wegen Punktgleichheit, in eine finale Runde Tauziehen. Die Stimmung war am Brodeln.

Nach dem Finale kam die Siegerehrung. Für die ersten drei Teams gab es Süßigkeiten und für alle gab es eine Limonade. Wir waren alle sehr fertig als wir, als alle Kinder bedient waren. Unsere Mitfreiwilligen sind dann auch relativ schnell gefahren. Ivie und ich haben letzte Stationen abgebaut und die Stirnbänder der Kinder wieder eingesammelt. Zwei Stunden später gab es dann doch noch das Essen, dass wir eigentlich für Mittag gedacht haben. Zum Schluss hat der Schulsprecher uns vor versammelter Mannschaft eine kleine Rede gehalten.

Als wir zuhause ankamen, sind wir beide einfach nur übermüde ins Bett gefallen und haben erstmal richtig ausgeschlafen.

Vielen Dank an Annabell, Ella, Mareike, Rosa, Marten, Elia und Niko für die großartige Hilfe und an Khamis für die Unterstützung bei der Vorbereitung. Außerdem einen großen Dank an die Schule Mugeza Viziwi für das Organisieren des Caterings und vielen Dank an alle Spender, die diesen Tag ermöglicht haben.

Asante Sana!

Ausflug nach Kigali

Unsere erste Ausreise steht bevor. Wir haben uns dazu entschieden nach Kigall, die Hauptstadt von Ruanda, zu besuchen. Am Freitag früh um sechs Uhr morgens steigen wir in den Bus und starten die Reise nach Kigali.
Auf dem Weg passieren wir viele kleine Zwischenstopps, wo Leute ein- und aussteigen und man kann aus dem Bus heraus Nüsse oder Getränke kaufen. Der Weg führt uns auch durch ein Game Reserve mit wunderschöner Natur und toller Aussicht.
Als wir die Grenze überquert haben, merkt man sofort, dass in Ruanda ein par Sachen anders sind. Erstmal ist wieder Rechtsverkehr, was für Verwirrung sorgt. Außerdem ist die Straße nach Kigali frisch asphaltiert.

Aussicht vom Game Reserve

Die Ankunft beim Nyabogogo, dem größten Busbahnhof von Kigali, war ziemlich entspannt. Da sind wir in Tansania mehr Trubel gewohnt. Der Busbahnhof ist zum Glück nicht weit von der Unterkunft unsere Mitfreiwilligen in Kigali entfernt. Die Wohnung ist etwas kleiner als unser Haus in Bukoba aber trotzdem sehr cool. Wenn man vor die Tür geht, ist viel los. Von günstigen Möglichkeiten etwas zu essen bis zu Nachtclubs ist alles zu Fuß in zwei Minuten erreichbar. Das Stadtzentrum kann man mit einem Motorradtaxi innerhalb von 15 Minuten erreichen.

Treiben am Nyabogogo

Downtown von Kigali ist extrem eindrucksvoll. Ein modernes Hochhaus reiht sich an das nächste. Die Straßen sind nahezu perfekt und man findet fast nie Müll irgendwo rumliegen. Dennoch ist es manchmal komisch durch die modernen Malls zu laufen und viele Geschäfte stehen leer. Genauso ist wenn man durch die Straßen in Downtown läuft. Es wird sehr viel gebaut und viel nicht genutzt.
In der Stadt sieht man durchgehend Sicherheitsläute an jeder Ecke stehen. In Kigali braucht man sich keine Sorgen um Sicherheit zu machen. Man kann nachts alleine ohne Probleme nach Hause laufen. Egal ob man in Downtown ist oder in anderen Vierteln zum Feiern unterwegs ist.

View über Kigali bei Nacht
Wolkenkratzer in Downtown

Die Projekte unserer Mitfreiwilligen sind ziemlich nice. Die Youth League von Maxi und Sandro ist eine Liga für junge Mannschaften die sie organisieren. Dieses Jahr haben sie sogar schon eine zweite Liga an einem anderen Standort ins Leben gerufen.
Das Projekt von Larissa und Chiara ist mehr Büro lastig. Sie koordinieren Projekte, die aus Deutschland finanziert werden, Vorort. Dabei kommen sie mehr Ruanda herum.

Platz der Kimisigara Youth League

Alles in allem hat mir Kigali als Großstadt sehr gut gefallen. Es gab einige coole Sachen, die man machen kann. Das Genozid Memorial zum Beispiel ist ein interessantes Museum über den Genozid in Ruanda in den 90er Jahren. Der Besuch in dem Museum ist ehr intensiv und geht einem sehr nahe.
Ansonsten haben wir es genossen gut und für unsere jetzigen Verhältnisse dekadent Essen zu gehen oder sich einen schaumigen Cappuccino zu bestellen. Das Nachtleben in Kigali habe ich auch sehr gefeiert.  

Ausstellung im Genozid Memorial
View über Kigali bei Sonnenuntergang

Alltag kehrt ein

Nach jetzt knapp drei Monaten läuft alles top. An der Mugeza Viziwi kehrt der Alltag ein. Vormittags sind wir an der Schule um Englisch zu unterrichten. Dafür Bereiten wir meistens ein Thema vor und machen am Ende ein kleines Quiz.
Das Highlight jedes Tages ist die Chai-Break. Wir sitzen alle zusammen im Speisesaal und trinken Tee, unterhalten uns mit den Lehrern und Schülern. Dank dem guten Tee sitzen wir meistens auch etwas länger. An manchen Tagen gibt es „Mandazi“. Das sind kleine frittierte Teigbällchen, die von den Schülern am Vortag gemacht werden.


Nach der Chai-Break hängen wir meistens noch mit den Schülern ab und helfen bei Aufgaben oder ich zeige den Jungs die neusten Ereignisse im internationalen Fußball.

Zum Mittagessen fahren wir meistens mit unserem Motorrad in die Stadt. Bei unseren Stammlokalen kennt man uns und wir haben immer ein gemütliches Mittagessen. Reis, Bohnen, Kochbanane und sehr gutes Fleisch.


Nach dem Essen entspannen wir Kurz zuhause und bereiten das Sportangebot für den Nachmittag vor.
Wenn wir wieder an der Schule sind, haben die Kinder meistens noch Arbeit zu tun. Dann setzen wir uns dazu oder helfen mit. Sobald wir fertig sind starten wir mit Fangen, Basketball oder Fußball.


Ich habe jetzt angefangen Fußballtraining zu geben. Meine Spieler sind mega motiviert und nicht platt zu bekommen. Das macht das Training nicht unbedingt einfacher aber es sind immer genügend Spieler da. Im nächsten Jahr wird es wohl noch ein par Fußballveranstaltungen geben, bei den wir mit dabei sein werden.

Simba SC at Kaitaba Stadium

Man muss sagen die Leute in Tansania sind verrückt nach Fußball. Jedes Wochenende sind die Pubs voll, wenn irgendeine große Mannschaft spielt. Sei es aus der heimischen Liga oder aus der englischen Liga.

In der Tansanischen Premiere League gibt es zwei große Teams von den gefühlt 80% der Tansanier Fans sind. Das ist einmal Simba SC und einmal Young Africans. Beide Teams kommen aus Dar es Salaam.

Simba SC ist an diesem Spieltag bei Kagera Sugar FC in Bukoba zu Gast. In der Stadt herrscht ein riesiges Getümmel von Fans. Alle strömen Richtung Stadion. Mareike, Niko und ich kommen zusammen mit Khamis ins Stadion bis in den VIP Bereich. Die Karte dafür hat uns umgerechnet 2€ gekostet. Wir verfolgen das Spiel direkt vom Spielfeldrand und uns trennen nur wenige Meter von den Spielerbänken.

Sicht auf Spielerbank und Spielfeld

Das Stadion ist komplett überfüllt. Es sind mit Sicherheit mehr als 30.000 Fans da, die unfassbar Stimmung machen. Manche klettern auf Bäume, um eine bessere Sicht auf das Spielfeld zu haben.

Südkurve des Kaitaba Stadium
Foto mit Kagere (bester Spieler der Liga )

Das Spiel ist gut und spannend. Am Ende gewinnt Simba SC mit 3:0. Nach Abpfiff können wir auf den Platz und klatschen mit den Spielern ab. Wir machen ein par Fotos und Mareike bekommt von einem der Spieler sein Trikot geschnekt.

Das Spiel war auf jeden Fall eine krasse Erfahrung und hat gezeigt, wie populär der Fußball in Tansania ist.

Mugeza Viziwi

„through the eyes we hear.”

Es ist so weit. Meine Projektpartnerin Ivie ist in Bukoba angekommen und wir starten so langsam in unser Projekt an der Mugeza School for the Deaf. Zunächst sind wir nur an der Schule um uns mit der Umgebung und der Gebärdensprache vertraut zu machen.

Die Schule liegt auf dem Berg Mugeza. Das Internat ist für meist Gehörlose aber auch für mehrfach eingeschränkte Kinder wie zum Beispiel gehörlose und blinde da. Neben den Klassen für die Gehörlosen gibt es auch eine Grundschulklasse für Regelschüler.

Die Schule ähnelt neben dem Campus einer Farm. Man findet mehrere Felder für Kochbananen, Mangobäume, Avocadobäume dazugibt es noch einen Ziegenstall und zwei Milchkühe. Das wichtigste aber sind der Basketballplatz und der Fußballplatz. Der Basketballplatz wurde von unsere Vorfreiwilligen Michel und Zoe gebaut und ist echt mega gut. Der Fußballplatz ist ein etwas holpriger Rasenplatz aber mit einer traumhaften Aussicht über Bukoba und den Victoria See.

 In unserem Projekt sind wir vormittags meistens als Lehrer für Englisch eingeteilt. In manchen Klassen unterstützen wir einfach die anwesende Lehrkraft, in anderen unterrichten wir selbst. Wenn die Schüler mal eine Freistunde haben, bedeutet das für sie Hausaufgaben machen. Wenn wir dabei sind, helfen wir wo wir können. Hierbei stellt sich Kiswahili oft als Barriere heraus. Es ist aber auch ganz witzig sich über drei verschiedene Sprachen gleichzeitig zu verständigen.

Nachmittags machen wir mit den Kindern Sport. Das ganze ist kein Sportunterricht, sondern mehr ein Nachmittagsprogramm, wenn die Schüler mit der Arbeit auf den Feldern oder dem Waschen fertig sind. Ich spiele mit den älteren Jungs meist Fußball auf dem Rasenplatz und Ivie spielt mit den Mädchen oft Netball oder Basketball.

Nach den ersten zwei Wochen dürfen wir schon das erste kleine Sportevent veranstalten. Wir nennen es das „Allsports Battle“, bei dem wir mit Gästen aus Schweden, Lehrern und Schülern Teams machen. Diese Teams treten dann in Volleyball, Netball und Basketball gegeneinander an. Die Spiele waren heiß umkämpft und sehr spannend.
Das Event war ein voller Erfolg. Wir hatten alle viel Spaß und waren am Ende gut ausgepowert.

Wedding Day

Kaum sind wir zwei Tage in Bukoba, schon sind wir durch Khamis auf einer Hochzeit eingeladen. Wir fahren am Samstagvormittag mit ein paar Freunden von Khamis in ein Dorf etwa eine Stunde von Bukoba. Mit acht Leuten in einem Toyota Minibus kommen wir über gepflasterte Straßen, Schotterpisten und einem Weg durch ein Bananenfeld im Dorf an.

Wir werden herzlich von der Familie von Khamis empfangen und gehen gemeinsam zu der nahegelegenen Location. Die Hochzeit wird auf einem freien Bananenfeld gefeiert. Es ist extra ein großer Pavillon aufgebaut. Der DJ hat einen zusätzlichen Pavillon für sein Mischpult und die Soundanlage hört sich an als wäre man auf einem Festival.

Bevor die Zeremonie startet, essen wir zusammen mit dem Brautpaar zu Mittag. Danach nehmen wir in der ersten Reihe Platz. Dort werden wir oft angeschaut und die Kameras schwenken ab und zu vom Brautpaar auf uns. Das tut der Atmosphäre allerdings keinen Abbruch.

Die Zeremonie verläuft anders zu dem, was ich bisher kannte. Als erstes wird nach der Begrüßung der Hochzeitskuchen angeschnitten. Neben den Familien des Brautpaares und noch ein par anderen Gruppen, haben wir auch eine Etage der riesigen Torte bekommen.

Mit Begleitung von Musik kommen wir nach vorne zum Brautpaar getanzt und überreichen unser Geschenk, ein Geschirrkoffer in der Großfamilienedition. Alle Bestanteile der Hochzeit, außer die der Reden, werden mit traditioneller Musik untermalt. Eine junge Dame kommt für einen traditionellen Tanz nach vorne. Der Tanz besteht eigentlich nur aus schnellem Twerken.

Ich darf auch meinen Teil zur Zeremonie beitragen. Einer der Verwandten des Brautpaares drückt mir eine Champagnerflasche in die Hand. Zusammen drehen wir tanzend eine Runde durch die Gesellschaft und lassen alle wichtige Leute einmal die Flasche anfassen. Ich bin zwar völlig überfordert aber es macht Spaß und die Flasche knallt ganz ordentlich.

Zwischendurch gibt es immer wieder Momente, in denen alle aufstehen, um gemeinsam zu tanzen. Die Leute sind sehr begeistert, wenn wir mittanzen. Vielleicht haben sie uns auch für unsere Tanzkünste ausgelacht. Spaß gemacht hat es trotzdem.

Nach einer langen Feier geht der Tag zu Ende und wir fahren jetzt zu zehnt mit dem Minibus wieder zurück nach Bukoba. Die Hochzeit hat uns auf jeden Fall viel Spaß bereitet und einen richtig schönen kulturellen Eindruck gegeben.

Karibu Bukoba!

„Bukoba: Eine kleine sehr beschäftigte Stadt an der west cost des Viktioiasees.“

Sobald wir aus dem Bus aussteigen, fühlt man sich wieder wie am Hafen. Der Bus wird aus und eingeräumt. Abgesehen vom Geschehen am Bus wirkt Bukoba sehr beschäftigt. Viele Fahrzeuge fahren durch die nassen Straßen. Die Boda`s haben eine Konstruktion mit einem Regenschirm damit die Fahrgäste nicht nass werden.

Mini Pick Up mit unserem Gepäck

Der riesen Haufen an Gepäck wird von einem Pich Up abgeholt und zu unserer Unterkunft gebracht. Wir fahren währenddessen mit einem Tuk Tuk. Die vielen Eindrücke versickern wieder in kollektiver Müdigkeit.

Unsere Unterkunft ist sehr beeindrucken. Das Grundstück wird von einer Mauer abgeschirmt. Auf dem Grundstück stehen 3 Häuser. Eins für uns Freiwillige, eins, indem unser Projektmanager Khamis wohnt und eins, wo eine Familie mit zwei Kindern wohnt. Das Haus für uns Freiwillige hat 4 Zimmer, 2 Bäder, Küche, Wohn- und Essbereich, sowie ein Abstellschuppen und eine Garage. Neben einem Basketballkorb stehen auch noch ein par Bananenstauden auf dem Grundstück.

Am Nachmittag wagen wir uns das erste Mal in die Stadt, um etwas zu Essen und Einzukaufen. Zum Essen gibt es Wali na Maharagi (Reis mit Bohen). – eines der Standardgerichte hier –

Markthalle in Bukoba

Als wir das erste Mal in das Getümmel des Marktes eintauchen, sind wir erstaunt. Es riecht penetrant nach Fisch und Fleisch. Man sieht eine riesige Auswahl an Bohnen, Gewürzen, Obst und Gemüse. Neben exotischen Lebensmitteln, wie der Kochbanane (matoke) oder Wassermelonen in der Größe eines kleinen Autoreifens, gibt es auch Schneider und Second Hand Kleider. Dieser Markt, wie man ihn in Deutschland nur am Samstag kennt ersetzt hier den kompletten Supermarkt.

Der Markt ist definitiv einer der Haupttreffpunkt der Stadt. Am Nachmittag verlagert sich dieser an den Strand des Viktoriasees. Diesen Strand nennt man den „Bukoba Club“. Hier gibt es mehrere Fußball- und Rugbyfelder. Für uns ganz wichtig ist das Volleyballfeld, bei dem wir uns ab 17 Uhr zum Volleyballspielen treffen. Das Team ist Klasse und die Spieler spielen extrem gut, soweit ich das als Laie beurteilen kann.

Bukoba Club

The Journey begins

Mit dem Seil wird das fest gezurrt und ab gehts.

Was nicht passt, wird passend gemacht.

Es ist so weit. Die lange Vorbereitung hat ihr Ende gefunden. Die letzten Wochen waren echt anstrengend. Seit dem zweiten Seminar in Clausthal-Zellerfeld begann die heiße Phase. Die letzten Impfungen, Einkäufe und Vorbereitungen kamen immer näher. Am 20.08.19 war es dann so weit. Was jetzt nicht an Bord ist, kommt auch nicht mit.

Morgens um halb 10 treffen wir (Annabell, Marten, Mareike, Niko und ich) uns am Flughafen für den Check in. Alle jonglieren noch etwas mit ihren Gepäckstücken, um die vorgeschriebenen 40 Kilo nicht zu überschreiten. Dann geht es endlich los. Erst von Frankfurt nach Istanbul und nach einem 2 Stunden Aufenthalt weiter nach Entebbe, Uganda.

Vom Flughafen holt uns unser Project Manager Khamis ab. Vom Flughafen geht es mit einem Minibus weiter nach Kampala, Uganda. Da der Minibus mit unserem Gepäck schnell ins Straucheln gerät, nehmen wir kurzerhand die noch übrigen fünf Koffer und stapeln diese auf das Dach des Minibusses. Mit zwei Seilen wird das ganze festgezurrt und ab gehts. Die vielen Eindrücke auf der Fahrt gehen bei uns allen im Schlaf unter.

Das Hotel, in dem wir um sechs Uhr morgens einchecken, ist sehr schön, gut ausgestattet und zentral gelegen. Nach fünf Stunden Schlaf treffen wir uns mit unseren Vorfreiwilligen zu Frühstück. Für uns gibt es Chapati (Pfannkuchen aus Wasser, Mehl und Salz), Eier und Salat. Nach dem Frühstück gehen wir gemeinsam in die Stadt zum Shoppen. Auf dem Weg dahin gabs es schon viel ungewohnte Dinge zu bestaunen. Der Verkehr ist ganz anders. Abgesehen davon das hier Linksverkehr ist, fahren hier alle sehr intuitiv und das funktioniert richtig gut.

Minibusparkplatz Kampala

Die Malls in denen wir Shoppen gehen, sind mehr Rohbauten mit Trennwänden für die einzelnen Shops. In den Läden gab es alles Mögliche von gefälschter Kleidung der Firma Gucci über Schneider, die Maß nehmen, bis hin zu Handys und Sim-Karten. Vom Prinzip her ist es wie ein riesiger Baser auf dem man handeln muss, um nicht absurde Preise zu bezahlen.

Aussicht auf Häuser der Mall

Im Gegensatz dazu sind wir am Abend in der Acacia Mall zum Essen. Hier gibt es Shops wie Adidas oder M.A.C und Restaurants. Das Gebäude ist riesig und sehr modern mit Security an den Eingängen.#

Acacia Mall Eingang

Eine der leckersten Sachen in Uganda ist Rolex. Rolex ist ein Gericht, dass aus Pfannekuchen (Chapati) und einem Omlett besteht. Das Ganze wird zusammengerollt und Rolled Eggs (Rolex) genannt.

Rolex (Rolled Eggs)

Nach dem Essen geht es das erste Mal per Boda (Motorradtaxi) durch die Stadt. Man kann es so beschreiben: Wenn man dem Bodafahrer Vertrauen schenkt, dann ist es ein sehr schnelles Fortbewegungsmittel in der Stadt. Man kommt durch jeden Stau durch und Rote Ampeln sind nicht unbedingt ein Hindernis. Angst ist beim Bodafahren definitiv die falsche Emotion

Die zwei Tage in Kampala gehen schnell zu Ende. Um 23:00 Uhr sitzen wir im Bus nach Bukoba. Auf einem Busbahnhof hier herrscht wilde Treiben. Rohre, Motoren und Säcke mit diversen Waren werden mit dem Reisebus transportiert. Und wenn die Stauräume zu voll sind, dann werden die Klappen mit einem Seil zu geknotet.

Ausladen eines Reisebusses